[825] Forschungserfolg in der DDR

Ein Metallbetrieb hatte einen Draht entwickelt, der so dünn war, dass keines der in der DDR vorhandenen Messgeräte die Dicke bestimmen konnte. Eine Probe wurde eingetütet und nach Japan geschickt, zum Bestimmen der Dicke.

Leider hatte jemand vergessen, dem Brief ein Anschreiben beizulegen, was die Japaner mit dem Draht machen sollen. Nach drei Monaten kommt das Paket zurück. Die ganze Führungsriege der SED ist erschienen und der Kombinatsleiter öffnet das Paket. Ganz oben liegt ein Brief, in dem, ins Deutsche übersetzt, folgendes stand:

"Leider wussten wir nicht, was wir mit der Probe machen sollten, also haben wir ein Außen- und ein Innengewinde reingeschnitten..."


Eingeschickt von DJ Holly aus Oschersleben.
Die Erfolge, mit denen sich die DDR auf wirtschaftlich-technischem Gebiet rühmte, waren äußerst zweifelhaft. So, wie man die eigenen Bürger mit der Lobpreisung des angeblich tollen neuen Mikrochips verklapste (der in Wirklichkeit der internationalen Entwicklung um viele Jahre hinterherhinkte), versuchten die Wirtschaftsfunktionäre im ZK auch mit anderen zweifelhaften Produkten und Leistungen, den Menschen das Bild einer florierenden sozialistischen DDR-Wirtschaft auf hohem Entwicklungsstand vorzugaukeln.
Ein gutes Beispiel hierfür war auch die gesamte Neuererbewegung in der DDR. Ursprünglich gedacht als Motivationsanreiz für junge Forscherteams, neue Entwicklungen zügig voranzubringen, verkam dieser positive Ansatz zu einer peinlichen Farce, bei der vollkommen nutzlose "Entdeckungen", die in der Praxis nicht umgesetzt werden konnten, in den Medien ausgeschlachtet und aus politischen Gründen favorisiert wurden.


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