[478] Version 1:

Was ist der Unterschied zwischen der FDJ und der Olsenbande?

Nun, die Olsenbande steht geschlossen hinter ihrem Egon.

Version 2:
(gleiche Frage)

Ganz gering. Beide Chefs heißen Egon und der Olsenbande fällt ab und zu noch etwas Neues ein.

Version 3:

Welcher Unterschied besteht zwischen der DDR und der Olsenbande?

Es gibt keinen. Beide schmieden immer wieder große Pläne, die dann daneben gehen. Aber trotzdem immer: Mächtig gewaltig!


Eingeschickt von Uwe aus Leipzig, Walter Graupner aus Eggesin und Heiko Rämisch.
Gehört 1979/80 in der POS (Version 1). Version 2 stammt auch aus den 70er Jahren. Version 3 wurde in den 70er und 80er Jahren gehört.
Die Dänischen Krimalkomödien der "Olsenbande", also Benny, Kjeld und Egon Olsen, dürften nicht nur den ehemaligen DDR-Bürgern bekannt sein. Sie waren in der DDR sehr beliebt.
Egon Krenz (geb. 1937) war vor seiner (kurzen) Amtsperiode als Staatsratsvorsitzender viele Jahre Vorsitzender der FDJ (1974 bis 1983). Wie bei den anderen (staatlich organisierten) Kinder- und Jugendorganisationen der DDR, war auch die Mitgliedschaft in der FDJ eher ein notwendiges Übel anstatt sinnvolle Freizeitgestaltung. (Beispielsweise um von der Polytechnischen Oberschule (POS) zur Erweiterterten Oberschule (EOS) delegiert zu werden, sprich: das Abitur zu machen. Für Nicht-FDJler war das trotz ausgezeichnetem Notendurchschnitt in manchen Jahrgängen ein Ding der Unmöglichkeit. Denn: Ein sozialistisches Klassenbewusstsein, worunter ein im wesentlichen unkritisches Verhältnis zum DDR-Staat gemeint war, das sich auch in der Mitgliedschaft in gesellschaftlichen Organisationen wie FDJ, DSF oder GST äußerte, wurde für die Entwicklung einer "sozialistischen Persönlichkeit" einfach vorausgesetzt.
FDJ stand für "Freie Deutsche Jugend", was ein Widerspruch in sich war. Ziel der FDJ war die sozialistische Erziehung der Jugend im Sinne der Politik der SED. Wie alle anderen gesellschaftlichen Bündnisse, Organisationen und deren Aktivitäten in der DDR, so hatten sich auch Kinder- und Jugendorganisationen dieser Politik unterzuordnen und in deren Auftrag zu agieren. Andere Ziele wurden nur geduldet, wenn sie nicht im Widerspruch zur offiziellen Regierungspolitik standen.


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